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Donnerstag, 19. April 2018

Der Candy 2018

#CBG18

640 KM, CA. 7.000 HM
WANN: 12.4.2018
START: FRANKFURT AIRPORT, LUFTBRÜCKENDENKMAL
ZIEL: BERLIN, TEMPELHOF

#CBG18

Alles begann mit meiner Anmeldung im Dezember 2017
Hallo Candy,
hier meine Anmeldung für den #CBG2018. Jetzt ist amtlich, ich bin auch 2018 wieder mit dabei. Die Änderung der Startzeit finde ich toll, blieben mir im letzten Jahr doch einige tolle Landschaftsbilder in der Dunkelheit der Nacht verborgen. Ich bin wirklich sehr gespannt was die Scouts noch auf der Strecke raus holen und wie neue die 5 Stunden Regel unter den Fahrern Anwendung finden wird.
Ich wäre dafür am Vorabend ein kleines Treffen am Terminal 4 zu verabreden.
Habt Spaß und bleibt Gesund
Es grüßt René F.


Dann war es endlich so weit!
Mein bestes Pferd im Stall, das VPACE T1ST, war klar gesetzt. Neue WTB Resolute´s mit 42mm Breite schluckt der Rahmen locker. Schaltung 1x11 38 – 11/42 mit jetzt durchgehendem Schaltzug, SON Dynamo, Forumslader und gutes für Licht für vorn und hinten. Jetzt noch die üblichen Bikepacking Taschen ans Rad und fertig.
Einiges an Erfahrung aus anderen Bikepacking Events helfen bei der Auswahl des Gepäcks, Dinge wie: immer dabei, zusätzlicher Komfort und braucht man nicht (noch nicht) variieren da schon mal gern.
Der Finale Tausch, Biwaksack gegen lange Regenhose erfolgt ein Stunde vor verlassen der Haustür.
Die Anreise mit der Bahn, per IC für 14,50 + 6 Euro fürs Rad, von Schwerin nach Frankfurt ohne Umsteigen…..kann man machen ☺.

Wie sehr freute ich mich auf das Treffen am Vorabend, herzliche Begrüßungen von guten Freunden und erstes beschnuppern mit für mich neuen Gesichtern. Viel Freude über bekannte Gesichter aus dem letzten Jahr, Bert der Fliegende Holländer und Robert aus Dresden, zwei tolle Typen die man auf der Strecke gut im Auge haben sollte. Nach einigen guten Bier und Pommes krochen wir in den Schlafsack. Die Wirtin vom Terminal vier hatte uns in ihrer Wirtschaft auf dem Boden schlafen lassen. Das war sehr genial!
Der Morgen begann recht unaufgeregt, ab 7:30 Uhr zog ein Duft von Kaffee durch den Raum, die Einladung zum Frühstück nahmen wir gerne an. Draußen wurde es langsam wuselig, immer mehr Menschen mit Fahrrädern und Gepäck trafen ein. Das war wirklich eine Schau, Bikeporn vom Feinsten! Auch immer wieder bekannte Gesichter und herzliche Begrüßungen. Gegen 9:30 fuhren wir dann zum eigentlichen Start, dem Luftbrückendenkmal. Gunnar erklärte noch kurz die Spielregeln und wir gedachten Muschi und Christoph die leider vor kurzem von uns gegangen sind.

Pünktlich 10 Uhr formierte sich das Geschwader um die Mission Care Paket zu erfüllen. Das Gute daran, alle auf dem gleichen Weg, jedoch mit unterschiedlichen Ambitionen. So war es jedem selber überlassen wie schnell er sein Paket in Berlin abliefert, nur sollte man seinen 5 Stunden Tank- und Wartungsstopp zwischen 19.00 und 9:00 Uhr nicht verpassen. Ride Safe und habt Spaß!
Die ersten Kilometer rollten wir gemeinsam bis Gunnar das Zeichen zum Durchstarten gab. Hoch Motiviert und gut gelaunt, dazu bei bestem Wetter flogen wir Richtung Süden. Vorne bildeten sich kleine Grüppchen und es wurde viel erzählt, das Feld begann sich auf den ersten Kilometern auseinanderzuziehen. Die Bahnschranke bei km 20 ersetzte das Virtuelle Safty Care und das vordere Feld sortierte sich neu. Die Jungs gaben ordentlich Gas und Robert prügelte sein Schmalspur Fatty über den Asphalt. Es kamen die ersten Wald Passagen mit kurzen Rampen und Abfahren. Thomas handelte sich mal gleich ein Durschlag ein und fiel zurück. Ich ging die Sache ruhig an und ließ die starken Jungs ziehen, nach und nach fing ich einen nach dem anderen wieder ein. Mein Rad fuhr sich super, die 2 Bar Luftdruck (Tubeless) ließen den Reifen schnell auf Asphalt  und sehr geschmeidig über die Wurzel Teppiche fliegen. Kurz vor dem Main tauchte der Robert vor mir auf, der scheinbar ein paar Navigationsprobleme hatte. Irgendwann konnte er mir nicht mehr folgen und ich überquerte dem Main als Erster.
Kurz darauf kam ich an die erste Rampe, ein für mich unfahrbarer steiler Anstieg der für mich nur schiebend zu bewältigen war. Die Sonne brannte mir mit knapp 30 Grad in den Nacken.
Oben angekommen begrüßte mich Hans von Fahrrad.io, kurz ein paar Worte gewechselt, die Einladung zur Verpflegung dankend ausgeschlagen (Was sagt hier der Kodex?)  und es ging weiter in Richtung Fulda. Schöne Wälder mit schnellen Passagen, rasanten Abfahrten und gut zu fahrende Steigungen wechselten sich ab. Der Flow war da.
Bei Kilometer 90, ich schoss gerade eine Abfahrt runter, da erblickte ich gegenüber die „Erdbeer Ranch“, perfekt für einen kurzen Halt um die Trinkflaschen wieder aufzufüllen, es ist heiß und es war wichtig den Flüssigkeitspegel oben zu halten. In Steinau an der Straße (137km), konnte ich mich bei einer netten Familie mit einladendem Vorgarten kurz frisch machen und die Flaschen wieder auffüllen.

Jetzt hat es auch mich erwischt und ich bin einem falschen Abzweig gefolgt, man muss schon hellwach sein um den Track zu folgen und nicht versehentlich falsch zu fahren.
Nach 182 Kilometer fuhr ich die Fußgängerzone von Fulda ein, tolles Wetter und  viele Leute waren unterwegs. Das Ristaurante Per Bacco schien mir sehr einladend, kurze Frage „ Nudeln Bolognese, wie lange dauert das?“ 5 Minuten hat er gesagt, dazu noch zwei große Cola. Kurzer Gang zum WC, das erste Mal das Handy raus, zu Hause angerufen, den Tracker gecheckt in Ruhe meine Nudeln gegessen und ich war nach 23 Minuten wieder weg.


Jetzt ging es Richtung Point Alpha zu den gefürchteten Lochplatten, auf diesen war ich bereits 2009 auf meiner ersten GST unterwegs und jedesmal dieses Gänsehautgefühl. Irgendwie lief alles nach Plan, ich war hoch motiviert und hatte einen riesen Spaß. Ich sah es immer wieder Blitzen und ich hatte das Gefühl dem Regen davon zu fahren.  Im letzten Jahr bin ich die Lochplatten Abfahrt noch runter geschossen, diesmal wusste das der Track da einen kleinen Fehler hat und zog rechtzeitig die Bremse. 21.10 Uhr passierte ich Point Alpha.

50 km nach Fulda, in Vacha, musste ich bis 22 Uhr die Tanke erreichen, hier war die letzte Möglichkeit sich für die nächsten Stunden zu verpflegen. 1,5 km vom Track entfernt befand sich eine Agip Tanke, die, wie sich dann herausstellte offiziell bis 22:15 geöffnet hatte. Hier gab es  Kaffee, Brötchen, Schokolade, Wasser , Cola und jede Menge fragende Blicke.
Ich war selbst gespannt wie weit ich heute noch fahren kann, die Temperaturen waren mit 12 Grad noch ganz angenehm. Erst flach entlang der Werra, dann wieder hügelig bis zum Hainich Nationalpark um den letzten wirklich Anstieg der Tour zu nehmen.
3:55 Uhr nach 340 Kilometer, es wurde höchste Zeit für meinen Pflichtstopp, rollte ich in Bad Tennstedt ein, ich fand eine überdachte Bushaltestelle mit einer schönen Bank. Irgendwie hab ich 3 Stunden geruht, schlafen kann man das nicht nennen aber es tat gut. Der Rewe nebenan öffnete um 7:00 Uhr, ein schöner Bäcker lud zum Verweilen ein. Ein ausgiebiges entspanntes Frühstück könnte die Grundlage für einen schönen Tag sein. Ich hatte genügend Zeit um mich um mein Rad zu kümmern, gepflegt die Kundentoiletten zu inspizieren und alles für die Weiterfahrt zu vorzubereiten. 8:55 Uhr saß ich frisch und munter wieder auf dem Rad.  Das Wetter war nicht so schön wie gestern, Bewölkt und um die 15 Grad durfte ich kurz vor dem Mittag die Regensachen anziehen. Erst die Jacke, weil man ja denkt das reicht und dann noch die Hose weil es doch nasser als erst gedacht war. Es fuhr sich alles sehr unspektakulär bis nach Eisleben. Regensachen wieder aus und beim Döner eine gepflegte Mittagspause eingestreut. Ich hatte das Gefühl das die Passagen mit Kopfsteinpflaster immer länger und der Matsch Passagen immer klebriger wurden. Irgendwann drehte sich nichts mehr und ich musste mehrfach anhalten und meine Reifen von Schlamm befreien. Es dauerte eine Weile und hatte ich die Technik raus, mit der Innenseite vom Schuh konnte ich während der Fahrt den Dreck abschleifen, erst links dann rechts, das ging ganz gut. Zwischendurch sammelte sich so viel Schlamm im Tretlagerbereich, dass mir mehrfach die Kette runter flog. Dann gab es wieder Abschnitte auf dem es richtig flott zur Sache ging, ein leichter Rückenwind, das tat ganz gut.

In Köthen, bei Kilometer 472, fing es wieder plötzlich an mit Regnen, nicht nur ein paar Tropfen, sondern richtig wie aus Eimern. Ein Einkaufsmarkt mit kleinem Vorraum kam mir da ganz gelegen, hier machte ich knapp 20 Minuten Pause, Vorräte auffüllen und essen was rein geht.
Eine Stunde Später, ich war bereits Höhe Dessau, kam die Sonne wieder raus und man spürte ihre Kraft. Ich erinnere mich gut an diesen Streckenabschnitt nach Dessau aus dem letzten Jahr, oder eigentlich auch lieber nicht. Ich fuhr hier total übermüdet, bei Temperaturen unter Null Grad und war nicht immer Herr meiner Sinne! (Bitte nicht nachmachen)
Jetzt konnte ich diesen Streckenabschnitt sehr genießen.
20:00 Uhr letzter Halt Bad Belzig, ich schaffte es gerade so in den Lidl. Hab alles bekommen was ich für die letzten Kilometer brauche, hab mich gestärkt und war bereit den letzte Teil der Strecke anzugehen.
Oh man, wie sich das zieht, erst Wald, Sand, Wurzeln, unendliche Geraden als Waldautobahn oder Fahrradstraße. Kurz vor dem Grunwald verliert mein Navi das Signal, keine Ahnung wo ich bin, muss ich links oder rechts. Ein Neustart hilft und ich nahm die 8 Kilometer durch den Grunewald unter die Räder. Macht im hellen sicher eine Menge Spaß aber Trailsuche im Dunkeln eher nicht. Nach einer gefühlt unendlichen Zeit spuckte mich der Trail an einer Autobahn wieder aus.
Hier und da noch ein kurzer Trail und jede Menge grüne Parkanlagen, es waren Menschen auf der Straße, Autos fuhren und hupten, es wurde laut. Die Zivilisation hat mich wieder.
Die Ehrenrunde auf dem Flugfeld blieb mir leider verwehrt und so landete ich sicher nach 38 Stunden  und 48 Minuten am Luftbrückendenkmal in Berlin. Was für ein Landeanflug, ich war froh, glücklich und zufrieden. Einfach nur ein riesen Spaß. Das es bereits in strömen Regnete und ich nass war bis auf die Haut realisierte ich erst Minuten später.

Da mein Plan genau hier aufhörte, musste ich jetzt überlegen was ich mache, ein paar Telefonate um eine Übernachtung vor Ort zu bekommen verliefen erfolglos. Also ab zum Bahnhof, es regnet noch immer, die Straßen stehen voll unter Wasser. Ich würde sagen Berlin kurz vor dem Ausnahmezustand☺.
Das erste Schnellrestaurant war mir gerade gut genug um meinen leeren Speicher zu füllen und die Zeit bis 4:21 Uhr zu überbrücken. Zum Frühstück zu Hause bei der Familie ist der größte Gefallen den ich mir selber tun konnte.
So, nun hatte ich noch ein Problem, meine Care Paket war jetzt wieder bei mir zu Hause und sollte doch eigentlich nach Berlin.Da sind wir dann am Sonntag mit Auto auf nach Berlin und haben die Candy Lougne auf der VELO besucht.

Ich habe mein Care Paket beim Stand der Arche abgegeben und wurde herzlich von den anderen Piloten empfangen. Das war wirklich ein unvergesslicher Abschluss dieser tollen Fahrt. Immer wieder landeten neue Piloten und wurden freudig empfangen. Wir haben viel gelacht, Erfahrungen und Erlebnisse ausgetauscht. Übers Wetter gesprochen und viel Spaß gehabt.


Ich freue mich und bin stolz, dass ich das mit euch erleben durfte. Ach ja, danke an GUF der die Idee hatte und uns in dieses Abenteuer geführt hat.
Liebe Grüße René

Sonntag, 1. Oktober 2017

Harzer Roller

Hier ein paar Zeilen und Bilder von meinem Teil „Harzer Roller“.

Mit 10 Gleichgesinnten stand ich an einem verregneten Samstagvormittag in Osterode um den Harzer Roller, ein Rundkurs von 400 km mit ca. 8500 hm zu befahren. An sich eine tolle Idee nur das Wetter drückte die Stimmung ein wenig. Bereits bei km 1,5 gab es die ersten Navigationsprobleme, so standen wir mit 6 Mann in einer Sackgasse, es dauerte eine Weile bis wir auf den richtigen Teil der Strecke gefunden haben.


Nach ca. einer Stunde hörte es zwar auf mit regnen, jedoch waren die Wege extrem nass. Klar ging es die ersten Kilometer ordentlich hoch, teils gut fahrbar oder auch nicht. Ein paar Kilometer fuhr ich zusammen mit Mirko, irgendwo haben wir uns dann aus den Augen verloren.



 Teilweise kann die Sonne raus, die Strecke forderte eine Menge an Aufmerksamkeit, immer wieder ging es auf kleine Wanderwege, Fluss Durchquerungen waren dabei  und natürlich nasse Wurzeln und Steine. In Goslar füllte ich meine Trinkflaschen an einem Brunnen auf und wurde am Ortsausgang von Cube aufgerollt, er hatte an der Tanke eine Pause gemacht. Er zog in den folgenden Anstiegen wieder davon. Einige Zeit später stand er dann mit einem defekten Reifen, den er sich in einer Schotter Abfahrt aufgerissen hatte. Er wollte nach Altenau  und sich Ersatz beschaffen.


Für mich ging es weiter in Richtung Bad Harzburg und dann rauf nach Torfhaus. Hier rollte ich auf Olaf auf, doch die anspruchsvolle Wegführung ließ uns keinen gemeinsamen Rhythmus finden uns so zog es sich wieder auseinander.


In Torfhaus machte ich dann meine erst Pause, hier gab es Pasta und Cola, schließlich stand als nächstes der Brocken auf dem Plan. Erst mal wieder runter an den Eckerstausee und dann über die Wurzeltrails und den Hirtenstieg rauf zum Brocken (schiebend).


 Kurz nach 20 Uhr war ich endlich oben, 105 Kilometer und bereits 3000 Höhenmeter in den Beinen, es begann wieder zu regnen.


Kurz unterhalb vom Brocken mache ich kurz Halt um meine Regensachen anzuziehen, da kam ein Licht von oben, es war der Olaf. Gemeinsam fuhren wir weiter, naja fahren war das nicht. Wer da eine geschmeidige Abfahrt geglaubt hat wird hier schwer enttäuscht.  Über die Zeterklippen bei Nacht, mit einem bepackten Rad auf nassen Felsen ….. wie bekloppt muss man eigentlich sein. Irgendwann wurde es wieder fahrbar und gemeinsam fuhren wir bis Hasserode. Hier entschied sich Olaf eine Auszeit zu nehmen und ich fuhr alleine weiter, es regnete noch immer und die Wege waren tief. Gegen 23:30 Uhr rollte ich nach knapp 135km in Elbingerode ein, in einem Bushäuschen direkt an der Hauptstraße wollte ich Pause machen und überlegen wie es weitergeht. Mein Plan bis nach Thale zu fahren hielt ich für nicht machbar und so holte ich meinen Schlafsack raus und legte mich auf die Bank.

Gegen 6 Uhr war ich wieder wach, gut geschlafen habe ich nicht. In meinem Kopf kreisen die Gedanken, wie geht es weiter? Ich müsste heute 200km fahren, um wie meiner Familie versprochen an Montagnachmittag wieder zu Haus zu sein. Bei den Bedingungen ein für mich nicht machbares Unterfangen. Es regnete noch immer, also erst mal in die Tanke, schön Frühstücken und den Tag weiter planen. Einfach mache ich es mir nicht, gerne würde ich die Runde zu Ende fahre. Zumal mir der Olaf versprochen hat, dass der kommende Teil der Strecke durch ihn gescoutet wurde und deutlich flüssiger zu fahren sei. Dank Komot plante ich mir eine Route von ca. 10 km nach Elend um dann dort wieder auf den Track zu fahren, damit kürzte ich den Harzer Roller mal locker um 200 km.


In Elend angekommen und wieder auf dem originalen Track ging es dann mal gleich schiebend auf den Barenberg und zur Schnarcherklippe.


Die Sonne kam raus, vorbei am Wurmberg konnte man den Brocken sehen, ich brauchte nicht lange überlegen und fuhr über den Goetheweg nochmal rauf zum Brocken. Ein Foto bei Sonne und ein zweites Frühstück waren die Belohnung dafür.



 Die Abfahrten waren heute auch nicht viel besser, deutlich mehr Wanderer und immer noch alles sehr feucht. Der Kaiserweg zum Beispiel war kaum zu fahren.


 Hinter Oderbrück führte der Track zum Oderteich, ich hab den Weg nicht gefunden und bin eine Ewigkeit durchs Unterholz gewandert um dann doch wieder auf die B4 zurück zu schieben, diesen Teil müsste man mal prüfen.


Am Oderteich war es wieder sehr feucht und auch hier waren auch jede Menge Wanderer unterwegs, entlang am Dammgraben rollte es halbwegs bis nach Altenau. Das Wetter war super uns so gönnte ich mir kurz vor 14 Uhr eine Mittagspause.


Die Wegführung aus Altenau raus sollte nochmal geprüft werden, ich konnte dem Track da nicht folgen. Gut gegessen war ich bereit für die letzten 35 Kilometer, die Erfahrung aus dem heutigen Tag sagte mir, das wird noch ein hartes Stück Arbeit.




 Zuerst entlang am Dammgraben, weiter am Morgenbrodtstaler Graben macht der Track plötzlich einen Knick, ein Blick auf die Vorschau vom Höhenprofil ließ nichts Gutes erahnen.


Wie sich herausstellte, ein Wanderweg der ganz harten Sorte. 200 Höhenmeter verteilt auf 1200 Meter, mit feinsten nassen Wurzeln und losem Geröll, vorbei am Sösestein , das waren harte 45 Minuten.



Oben angekommen sollte mal kurz so was wie Flow aufkommen, dieser wurde durch tiefen Schlamm schnell wieder ausgebremst. Der Ackerfastweg, weder Acker und schon gar nicht“ fast“, eine 5 Kilometer Abfahrt die mehr zum Schieben als zum Fahren einlud.



Irgendwann wurden die Wege trockener und es ging zügig dem Ziel entgegen, gegen 18:30 Uhr war ich nach 223 Kilometer, 5300hm und 19h 50min Fahrzeit zurück am Ausgangspunkt, dem Parkplatz in Osterode.

Fazit: Hammerhart, unendlich viel Spaß und Abenteuer, tolle Mitfahrer, das richte Rad dabeigehabt und beim nächste Mal vorher einen Tag mehr Zeit aushandeln  .




Sonntag, 21. September 2014

24 Stunden Wittenborn, das Projekt 100 oder alle guten Dinge sind Drei


Es wird Herbst, die Blätter fallen, im Wald wird es früh dunkel und das Wetter wird unberechenbar….

Es wird Zeit für das ultimative 24 Stunden MTB Rennen im Norden von Deutschland.

Die dritte Auflage, meine dritte Teilnahme und mein dritter…...?


Fangen wir mal vorne an :-).

Am Freitagnachmittag Anreise mit dem Wohnwagen auf dem Campingplatz  „Weisser Brunnen“, hier wurden wir schon herzlich von Sarah und Stefan erwartet. Wir hatten einen schönen Abend am Grill und gingen früh schlafen.


Am nächsten Morgen gemeinsames Frühstück, letzter Bikecheck, Rennverpflegung vorbereiten, fachsimpeln, Spaß haben …… so entspannt war es lange nicht.


11 Uhr, es wurde Zeit für die Fahrerbesprechung, die auch mit leichter Verspätung begann. Nebenbei sah man die bekannten Gesichter aus den vergangenen Jahren und auch der 2 malige Sieger vom Heavy 24 aus Chemnitz reihte sich unter die Menge. Wir nahmen kurz Kontakt auf und es stellte sich heraus, das er nur gekommen war um gegen mich zu fahren, da er dass letzte Heavy aus gesundheitlichen Gründen leider nicht beenden konnte.
War das jetzt eine Kampfansage? Egal ab sofort stand ich unter Strom. Yes, genau das habe ich gebraucht.

Kurz vor 13:00 Uhr schiebe ich mich von vorn in die Startaufstellung um von vorne mit zu fahren und den Zug der schnellen Jungs aus den Teams zu nutzen.
„hey Du hast ja schon die Lampe am Helm – ja heute wird es dunkel – kannst doch später noch drauf machen – hab keine Zeit, fahre Solo – und warum stehst Du dann hier vorne, die langsamen stehen hinten – oh hab ich gar nicht mit bekommen :-) (ab Runde 7 fuhr er dann hinter mir) .
Pünktlich 13:00 Uhr ließ  der Klaus die Meute raus. Der Start verlief wie gewohnt schnell aber rücksichtsvoll, so ging es in die ersten Runden.


Nochmal schnell ein paar Fakten zum Kurs : 3,5 km welliger Singletrail Rundkurs mit ca. 50 hm, vielen Richtungswechseln, Wurzelteppich, 500m Asphalt, kurz gesagt - Spaß pur. Im letzten Jahr noch komplett Star am Start, fahre ich seit diesem Jahr ein vollgefedertes Racebike, wenn nicht auf dieser Strecke wo sonst sollten sich die Vorteile auszahlen.


Meine Taktik war gleich den Vorjahren, ab der ersten Runde kontrolliert Vollgas ohne zu überziehen bis der Zweitplatzierte überrundet ist. Eigentlich war klar das dass mit Daniel Opitz nicht zu machen ist, er wird nicht locker lassen. Unbeirrt zog ich am Kabel und fand schnell meinen Rhythmus. Die ersten 10 Runden waren vorbei und ich bekam von draußen die Info das ich gute Zeiten fahre und einen kleinen Vorsprung raus gefahren habe „ Du hast ihn gleich“ .
Er hat es mir dann aber nicht gegönnt ihn auf der Strecke zu überholen er zog es vor, von der Strecke zu fahren und eine kleine Pause zu machen und auf Schlag hatte ich 3 Runden Vorsprung.


Langsamer wurde ich aber nicht, der Kurs machte Spaß, die Sonne wärmt und die Stimmung auf der Strecke war super. Zwischendurch gab es eine kleine Streckenänderung, die ich mir erst nicht erklären konnte. Im Nachhinein erfuhr ich, dass hier ein Hornissennest im Boden war und bereits einige Fahrer gestochen wurden. Puh….nochmal Glück gehabt.


Gegen 19 Uhr wurde es langsam dunkel im Wald und ich zog es vor mir meinen Akku abzuholen, die Lampe war ja bereits auf dem Helm ;-). Kurzer Smalltalk mit Mutti und Stefan, der jetzt zu meinem Betreuer geworden ist. Eigentlich war er selber am Start, hat aber nach der ersten Runde sein Rad in die Ecke gestellt, obwohl er für dieses Jahr extra eine Federgabel nachgerüstet hat.


Leider war er gesundheitlich angeschlagen und ging somit lieber auf Nummer sicher.

Kaum Zeit verloren ging es zurück auf die Strecke und die Rundenzeiten wurden unwesentlich langsamer. Ich fuhr gegen mich selber und wollte nach 50 Runden eine Pause machen um mit Stefan zu besprechen wie wir taktisch weiter fahren. Zwischendurch bekam ich die Info das Daniel aus dem Rennen ist, er sah nicht gut aus und ist duschen gegangen.
Nach 51 Runden, es war bereits 22:30 und ich hatte 10 Runden Vorsprung auf Platz 2 (Daniel fuhr wieder) ging es dann raus zum geplanten Boxenstopp. Mutti hatte eine heiße Brühe und ein paar Brote zubereitet, das tat gut und so ging es nach 30 Minuten wieder auf die Strecke. Ich wollte jetzt im 10 Runden-Takt immer eine kleine Pause machen und jeweils spontan entscheiden wie lange ich draußen bleiben kann. Einmal hat mich Stefan für 15 Minuten schlafen lassen J.

Viertel nach 7, langsam wurde es hell und ich fuhr nach 81 Runden wieder zu einer kleinen Pause rein, hab ich mir ein trockenes Trikot angezogen und ging nach 15 Minuten mit noch immer 8 Runden Vorsprung  wieder auf die Strecke. Ich fühlte mich gut, auch wenn es vielleicht nicht so aussah.

Ich war mich sicher, wenn ich auf der Strecke bleibe, fahre ich das Ding nach Hause.  Auch wenn der Morgen mit Wolken und feuchtem Nebel begann, kam so langsam die Sonne wieder raus und sie wärmte den Körper und die Seele. Das gab nochmal Schub für das Ziel die  100 Runden einzufahren. Bei der Rundendurchfahrt fragte ich immer mal wieder nach der Rundenzahl, weil mein Garmin schon wieder ausgestiegen ist (kotz).


Stefan und Sarah kamen mir auf der Strecke entgegen, sie liefen den Kurs rückwärst ab, so hatten wir zwischendurch Zeit für ein paar Faxen um uns bei Laune zu halten.

Nach 22:47:55,1 h hatte ich mein Ziel, die 100 Runden erreicht, zusammen mit Daniel ging ich von der Strecke und wir beschlossen die letzte Runde gemeinsam zu fahren. Ein tolles Gefühl  kommt auf, wenn man weiß ich habe es wieder geschafft, habe mich selbst an mein Grenzen gebracht, Schmerzen verdrängt und einen  starken Willen bewiesen.


Kurz vor 13 Uhr holte ich Daniel von seinem Zelt und zusammen fuhren wir locker unsere letzte Runde, haben viel erzählt und sind gemeinsam, stolz und glücklich ins Ziel gefahren. Heute war ich der Bessere was für´s nächte Mal nichts bedeuten muss.


Wir hatten Spaß und nur darum geht es.


In meinem Bericht leider viel  zur kurz gekommen sind all die anderen Fahrer, die alle großartige Leistungen vollbracht haben. Wie zum Beispiel Philip und Tobi, die beide von einer Hornisse gestochen wurden. Marco auf Platz 3, mit dem ich leider nicht gesprochen habe. Ich glaube es war sein erstes  24h Solo Rennen. Und natürlich Hans, der mit seinen 59 Jahren ein tolles Rennen gefahren ist. Glückwunsch und Respekt an alle Fahrerinnen und Fahrer.

Danke an meine Begleiter und Beteuer: Mutti, Dieter, Sarah und Stefan und alle die an  mich geglaubt und mir die Daumen gedrückt haben.


Danke an Klaus, Frau und Team, großartig was ihr da wieder auf die Beine gestellt habet.

Hier findet man mich im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder. Ich freu mich drauf.

Zum Schluss noch der Link zu Ergebnisliste hier zum Veranstalter hier.
Die Bilder sind von Jan und Nico.