Sonntag, 1. November 2015

Zum Sonnenaufgang auf den Brocken

Schon länger kreiste es in meinem Kopf 500km am Stück zu fahren. Motiviert durch anstehende Events wie HH-Skagen-HH sollte der Plan auch zügig umgesetzt werden. Das Ziel war schnell gefunden „der Brocken“, mein Lieblings Berg, die Strecke ca. 250 hin und 250 zurück.
Jetzt muss es nur noch in den Kalender passen, das Wetter sollte einigermaßen mitspielen und die Tour kann beginnen.

Am vergangenen Freitag, der letzte im Oktober, war es dann so weit, alles schien zu passen und es konnte losgehen.



Das Rad, mein neuer Renner ein Centurion Hyperdrive Disc 400 (Danke nochmal an Fredi´s Radshop) , stand bereit. Aufgerüstet mit 28mm Tubeless Reifen, Auflieger, Zusatzakku für den Garmin, Beleuchtung und extra angebrachte Reflektionsfolie konnte es in die Nacht gehen.
Gegen 20:30 Uhr rollte ich vom Hof, die Temperaturen lagen um die 4 Grad und es war nebelig, nach 20 Kilometer hatte ich Betriebstemperatur und ich musste mein Langarmshirt unter der Jacke ausziehen. So ging es die ersten 50km durch gut bekanntes Revier bis zur Elbbrücke bei Dömitz, dann weiter nach Salzwedel und ein kurzes Ende auf der B71 um dann wieder auf beruhigten Nebenstraßen weiter zu fahren. Nach ca. 140km und knapp 5 Stunden unterwegs war „Flasche leer“ ich dachte in Oebisfelde eine Tankstelle zu finden. Dem war nicht so, doch da sah ich zufällig einen netten Mitbürger, der sich grad ein Bier aus seinem Transporter holte, sprach ihn an und ich konnte meine Wasserflaschen in seiner Wohnung auffüllen. Coole Aktion, einfach mal nett fragen reicht oft. So ging es mit vollen Flaschen und einem kurzen Plausch weiter in Richtung Sonnenaufgang.
7:08 auf dem Brocken war das Ziel!
Ich rollte weiter durch die Nacht, es gab nicht viel zu sehen, mehr so der Tunnelblick im Lichtkegel meiner Lampe. Ich hatte mir das Navi vorsorglich vom Vorbau zwischen die Griffe vom Auflieger geklemmt, so konnte ich entspannt aufs Navi schauen ohne viel den Kopf zu bewegen. Das erwies sich als sehr komfortabel und auch sicher.
Irgendwo kurz hinter Helmstedt, auf dem Radweg neben der B244 Stand ich plötzlich mitten in einer Wildschweinrotte, ich kam gerad so zum Stehen, fühlte mich umzingelt von vielleicht 10-15 riesen Schweinen und bekam leichte Panik. Doch dann tat sich eine kleine Lücke auf und ich konnte mich mit ein paar beherzten Umdrehungen aus der Situation befreien. Puh, das war Angst! Irgendwie hatte sich die Situation angekündigt, da kurz vorher schon Sehr viel Dreck auf dem Weg lag und es am Rand sehr aufgewühlt war.
Hatte ich schon erwähnt, dass der Wind die ganze Zeit von vorne kam? Immer schön aus Süd-Ost das motivierte schon mal für die RückfahrtJ. Ich musste mich immer wieder zwingen ruhiger zu machen, den Puls schön unten halten „Du machst hier ne Tour und kein Rennen“ redete ich mir zu.
Der Nebel war weg, die Sterne waren klar zu sehen und es ging langsam aber stetig immer höher. Gegen 5 Uhr rollte ich in Wernigerode ein, also noch gut zwei Stunden bis zum Sonnenaufgang. Jetzt eine Pause wäre schön, war aber leider nicht drin, also raus aus Wernigerode und rein in die Anfahrt zum Brocken. Drei-Annen Hohne, Bahnhof, Schierke am Bäcker vorbei (oh nein) und die letzten 10 Kilometer bis zum Gipfel, es wurde langsam hell und die null Grad waren nicht zu spüren.


 6:45 Uhr „Halfway Point“ ich war oben auf dem Brocken und das nicht als einziger, ein freundliches Guten Morgen, Daunenjacke drüber, das Rad an den Stein gelehnt um das Brocken Foto zu machen und freuen.


Die klare Sicht versprach einen grandiosen Sonnenaufgang, genauso habe ich mir das gewünscht. 10 Minuten nichts machen, einfach nur freuen. Ich hatte von zu Hause ein Mon Cheri als Wegzehrung mit bekommen, den konnte ich hier oben so richtig genießen.




Nach dem die Fotos in der Tasche bzw. im Handy waren rollte ich wieder runter und da war er, mein Lieblingsbäcker am Brocken. Ich wurde nett begrüßt und nach dem obligatorischen Frage und Antwortspiel „wo kommst Du her, wo willst Du hin“  war kurz Ruhe im Laden. Eine nette Dame sagte dann gleich das sie mich heute Morgen im Dunkeln schon gesehen hat und sie fand es toll wie gut ich zu sehen war, hat sich mein Christbaumschmuck scheinbar bewährt J.

Nach einer kurzen Pause sollte es dann auch schon wieder weiter gehen, die ersten 10 km von der Rücktour hatte ich ja schon im Sack. Gegen 8 Uhr saß ich dann wieder im Sattel und konnte mich bis Wernigerode rollen lassen, es wurde langsam wärmer und die Stimmung war gut. Ich hatte den Kurs so geplant, dass ich auf der Ostseite hin und auf der Westseite über Wolfsburg zurück fahre. Wie schon so oft getäuscht meint man ja ab dem Brocken nur noch bergab zu rollen, das dem nicht so ist spürte ich am Elm, als es dann doch noch mal kurz über 300 m hinauf ging. Ich sehnte mich nach einer Pause, dafür war es aber noch zu früh. So fuhr ich weiter durch die schöne Herbstlandschaft und ließ mir von der Sonne den Rücken wärmen. Nach 360 km war ich vorbei an Wolfsburg, in dem kleinen Örtchen Rühen angekommen, hier gab es dann die erste Pause nach dem Brocken. Kaffee und Kuchen, den Körper kurz mal durchstrecken und die Trinkflaschen wieder füllen. Das ganze sollte nicht länger als eine halbe Stunde dauern. Die nächsten Stunden verliefen recht zäh, die Sonne war weg und es wurde diesig, zum Glück schob der Rückenwind an einigen freien Stellen ganz gut. Ich nenne das mal ein Tief! Das dauerte genau bis KM 400, danach war wieder alles so wie es sollte, die 400er Schwelle war wieder so ein magischer Punkt “noch 100 bis nach Hause“ das motiviert und mobilisiert Reserven. Äh, welche Reserven, Reserven hatte ich schon lange keine mehr und Druck am Pedal erst recht nicht, das einzige was wirklich gut ging war die Trittfrequenz. Eine letzte Pause gönnte ich mir in Dannenberg bei MD, ich brauchte jetzt was zu essen und einen schönen Latte. Mittlerweile war die Sonne wieder da und so konnte ich die kurze Pause sehr genießen.
Der Rest war Heimspiel, ab über die Elbbrücke von da dann nur noch 50 km bis vor die Haustür. Am Ende hieß es dann doch nochmal die Beleuchtung einschalten. Kurz vor meinem zu Hause standen dann die magischen 500 auf dem Garmin, ein tolles Gefühl wenn du genug Zeit hast dich selbst über deine erbrachte Leistung zu freuen. So rollte ich mit einem breiten Grinsen durch die Nacht. Ich freute mich auf zu Hause, hier wurde ich freudig und sehnsüchtig in Empfang genommen.

Was für ein toller Tag





Samstag, 11. Oktober 2014

Einzelzeitfahren Hamburg – Berlin

Mein erstes Mal .... von Hamburg nach Berlin auf dem Rad .... nach 270 km glücklich im Ziel





mehr Bilder von Burkhard Sielaff

Bilder von Burkhard Sielaff



Sonntag, 21. September 2014

24 Stunden Wittenborn, das Projekt 100 oder alle guten Dinge sind Drei


Es wird Herbst, die Blätter fallen, im Wald wird es früh dunkel und das Wetter wird unberechenbar….

Es wird Zeit für das ultimative 24 Stunden MTB Rennen im Norden von Deutschland.

Die dritte Auflage, meine dritte Teilnahme und mein dritter…...?


Fangen wir mal vorne an :-).

Am Freitagnachmittag Anreise mit dem Wohnwagen auf dem Campingplatz  „Weisser Brunnen“, hier wurden wir schon herzlich von Sarah und Stefan erwartet. Wir hatten einen schönen Abend am Grill und gingen früh schlafen.


Am nächsten Morgen gemeinsames Frühstück, letzter Bikecheck, Rennverpflegung vorbereiten, fachsimpeln, Spaß haben …… so entspannt war es lange nicht.


11 Uhr, es wurde Zeit für die Fahrerbesprechung, die auch mit leichter Verspätung begann. Nebenbei sah man die bekannten Gesichter aus den vergangenen Jahren und auch der 2 malige Sieger vom Heavy 24 aus Chemnitz reihte sich unter die Menge. Wir nahmen kurz Kontakt auf und es stellte sich heraus, das er nur gekommen war um gegen mich zu fahren, da er dass letzte Heavy aus gesundheitlichen Gründen leider nicht beenden konnte.
War das jetzt eine Kampfansage? Egal ab sofort stand ich unter Strom. Yes, genau das habe ich gebraucht.

Kurz vor 13:00 Uhr schiebe ich mich von vorn in die Startaufstellung um von vorne mit zu fahren und den Zug der schnellen Jungs aus den Teams zu nutzen.
„hey Du hast ja schon die Lampe am Helm – ja heute wird es dunkel – kannst doch später noch drauf machen – hab keine Zeit, fahre Solo – und warum stehst Du dann hier vorne, die langsamen stehen hinten – oh hab ich gar nicht mit bekommen :-) (ab Runde 7 fuhr er dann hinter mir) .
Pünktlich 13:00 Uhr ließ  der Klaus die Meute raus. Der Start verlief wie gewohnt schnell aber rücksichtsvoll, so ging es in die ersten Runden.


Nochmal schnell ein paar Fakten zum Kurs : 3,5 km welliger Singletrail Rundkurs mit ca. 50 hm, vielen Richtungswechseln, Wurzelteppich, 500m Asphalt, kurz gesagt - Spaß pur. Im letzten Jahr noch komplett Star am Start, fahre ich seit diesem Jahr ein vollgefedertes Racebike, wenn nicht auf dieser Strecke wo sonst sollten sich die Vorteile auszahlen.


Meine Taktik war gleich den Vorjahren, ab der ersten Runde kontrolliert Vollgas ohne zu überziehen bis der Zweitplatzierte überrundet ist. Eigentlich war klar das dass mit Daniel Opitz nicht zu machen ist, er wird nicht locker lassen. Unbeirrt zog ich am Kabel und fand schnell meinen Rhythmus. Die ersten 10 Runden waren vorbei und ich bekam von draußen die Info das ich gute Zeiten fahre und einen kleinen Vorsprung raus gefahren habe „ Du hast ihn gleich“ .
Er hat es mir dann aber nicht gegönnt ihn auf der Strecke zu überholen er zog es vor, von der Strecke zu fahren und eine kleine Pause zu machen und auf Schlag hatte ich 3 Runden Vorsprung.


Langsamer wurde ich aber nicht, der Kurs machte Spaß, die Sonne wärmt und die Stimmung auf der Strecke war super. Zwischendurch gab es eine kleine Streckenänderung, die ich mir erst nicht erklären konnte. Im Nachhinein erfuhr ich, dass hier ein Hornissennest im Boden war und bereits einige Fahrer gestochen wurden. Puh….nochmal Glück gehabt.


Gegen 19 Uhr wurde es langsam dunkel im Wald und ich zog es vor mir meinen Akku abzuholen, die Lampe war ja bereits auf dem Helm ;-). Kurzer Smalltalk mit Mutti und Stefan, der jetzt zu meinem Betreuer geworden ist. Eigentlich war er selber am Start, hat aber nach der ersten Runde sein Rad in die Ecke gestellt, obwohl er für dieses Jahr extra eine Federgabel nachgerüstet hat.


Leider war er gesundheitlich angeschlagen und ging somit lieber auf Nummer sicher.

Kaum Zeit verloren ging es zurück auf die Strecke und die Rundenzeiten wurden unwesentlich langsamer. Ich fuhr gegen mich selber und wollte nach 50 Runden eine Pause machen um mit Stefan zu besprechen wie wir taktisch weiter fahren. Zwischendurch bekam ich die Info das Daniel aus dem Rennen ist, er sah nicht gut aus und ist duschen gegangen.
Nach 51 Runden, es war bereits 22:30 und ich hatte 10 Runden Vorsprung auf Platz 2 (Daniel fuhr wieder) ging es dann raus zum geplanten Boxenstopp. Mutti hatte eine heiße Brühe und ein paar Brote zubereitet, das tat gut und so ging es nach 30 Minuten wieder auf die Strecke. Ich wollte jetzt im 10 Runden-Takt immer eine kleine Pause machen und jeweils spontan entscheiden wie lange ich draußen bleiben kann. Einmal hat mich Stefan für 15 Minuten schlafen lassen J.

Viertel nach 7, langsam wurde es hell und ich fuhr nach 81 Runden wieder zu einer kleinen Pause rein, hab ich mir ein trockenes Trikot angezogen und ging nach 15 Minuten mit noch immer 8 Runden Vorsprung  wieder auf die Strecke. Ich fühlte mich gut, auch wenn es vielleicht nicht so aussah.

Ich war mich sicher, wenn ich auf der Strecke bleibe, fahre ich das Ding nach Hause.  Auch wenn der Morgen mit Wolken und feuchtem Nebel begann, kam so langsam die Sonne wieder raus und sie wärmte den Körper und die Seele. Das gab nochmal Schub für das Ziel die  100 Runden einzufahren. Bei der Rundendurchfahrt fragte ich immer mal wieder nach der Rundenzahl, weil mein Garmin schon wieder ausgestiegen ist (kotz).


Stefan und Sarah kamen mir auf der Strecke entgegen, sie liefen den Kurs rückwärst ab, so hatten wir zwischendurch Zeit für ein paar Faxen um uns bei Laune zu halten.

Nach 22:47:55,1 h hatte ich mein Ziel, die 100 Runden erreicht, zusammen mit Daniel ging ich von der Strecke und wir beschlossen die letzte Runde gemeinsam zu fahren. Ein tolles Gefühl  kommt auf, wenn man weiß ich habe es wieder geschafft, habe mich selbst an mein Grenzen gebracht, Schmerzen verdrängt und einen  starken Willen bewiesen.


Kurz vor 13 Uhr holte ich Daniel von seinem Zelt und zusammen fuhren wir locker unsere letzte Runde, haben viel erzählt und sind gemeinsam, stolz und glücklich ins Ziel gefahren. Heute war ich der Bessere was für´s nächte Mal nichts bedeuten muss.


Wir hatten Spaß und nur darum geht es.


In meinem Bericht leider viel  zur kurz gekommen sind all die anderen Fahrer, die alle großartige Leistungen vollbracht haben. Wie zum Beispiel Philip und Tobi, die beide von einer Hornisse gestochen wurden. Marco auf Platz 3, mit dem ich leider nicht gesprochen habe. Ich glaube es war sein erstes  24h Solo Rennen. Und natürlich Hans, der mit seinen 59 Jahren ein tolles Rennen gefahren ist. Glückwunsch und Respekt an alle Fahrerinnen und Fahrer.

Danke an meine Begleiter und Beteuer: Mutti, Dieter, Sarah und Stefan und alle die an  mich geglaubt und mir die Daumen gedrückt haben.


Danke an Klaus, Frau und Team, großartig was ihr da wieder auf die Beine gestellt habet.

Hier findet man mich im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder. Ich freu mich drauf.

Zum Schluss noch der Link zu Ergebnisliste hier zum Veranstalter hier.
Die Bilder sind von Jan und Nico.

Freitag, 27. Juni 2014

„Heavy 24“ 24-Stunden Mountainbike Rennen

21. Juni 2014 war es soweit, ich und das "HEAVY 24" in Chemnitz .......

Das Heavy 24 war nicht mein erstes 24 Stunden Rennen, von da her weiß ich auf was ich mich da einlasse, aber es war das erste für mich auf dieser Strecke. Der Name „Heavy“ war Programm, die Strecke, eine Runde mit 8,7km und 120 Höhenmeter hatte einiges zu bieten. Schnelle Passagen, Wurzelteppiche, Singletrails, Sprünge und rasante Abfahren die mit über 60km/h gefahren wurden. Der Kurs machte einfach nur Spaß und man konnte sich auf jede neue Runde freuen. 
Samstag Punkt 12 Uhr war Start  und es galt in 24 Stunden  so viele Runden wir möglich zu fahren, der Fahrer mit den meisten Runden hat dann gewonnen. Solche 24 Stunden Rennen werden üblicherweise in 8er, 4er, 2er, Mix-Teams und natürlich auch als Einzelstarter gefahren.
In Chemnitz standen 1113 Fahrer  in 295 Teams und davon ein stark besetztes Fahrerfeld von 80 Einzelstartern aus ganz Deutschland am Start. 

Meine Taktik war es von Beginn an vorne mit zu fahren, doch die Konkurrenz war sehr stark und es wurden vom Start weg sagenhafte Rundenzeiten gefahren. Ich konnte mich von anfangs Platz 8 bis auf 5 vor fahren und war bestrebt weiter meinen Rhythmus zu finden. 



Das gelang mir ganz gut und so konnte ich mich langsam nach vorne fahren, ab Runde 17, nach knapp 6 Stunden rutschte ich auf Platz 4, hatte aber bereits 18 Minuten Rückstand auf den Führenden.
Da heißt es nur Ruhe bewahren, weiter an sich selber glauben und sich einreden,  dass die vorderen Fahrer irgendwann langsamer werden.  Auf der Strecke herrschte eine gute Stimmung, die schnelleren Teamfahrer haben sich rechtzeitig bemerkbar gemacht und es gab mal kleine Gespräche untereinander.


Gegen 21 Uhr wurde es langsam dunkel im Wald und wir waren angehalten mit Licht zu fahren. Mittlerweile fuhr ich auf Position 3 und ich hatte im Vorfeld einen zweiten Helm mit Kopflampe bereit gelegt und nach einem kurzen Boxenstop ging es weiter.  Ab Runde 30, so gegen 23 Uhr rutschte ich das erste Mal auf Platz 2 und es ging die nächsten 10 Runden stetig hin und her.


Morgens gegen 3 Uhr hatte ich Platz 2 fest im Griff und einen leichten Vorsprung raus gefahren, nach vorne waren es nur noch 6 Minuten.  Mein Betreuerteam informierte mich jede Runde vom Streckenrand über meine aktuelle Position und Zeit. Meine Motivation war hoch und ich hatte das Ziel so schnell wie möglich die Führung zu übernehmen, dabei aber sicher zu fahren, nicht zu stürzen, keine Panne zu riskieren und noch Kraft für den Endspurt zu lassen, das war die Herausforderung. Gegen 4 Uhr fing es dann auch noch an zu regnen, die Strecke wurde schwerer die Anstiege schlammig und die Wurzeln rutschig. 



Nach 17h:08m:48s, war es dann so weit, ich ging nach 45 Runden in Führung und hatte meinen Verfolger im Nacken. Klar wurden die Beine schwerer und der Körper geht so langsam an die Grenzen des machbaren, doch mein Kopf war da und ich hatte ein tolles Team für das es sich lohnt zu kämpfen. Also galt es ab jetzt kontrolliert vorne weg zu fahren. Leichter gesagt als getan, waren die nächsten Stunden ein ständiges auf und ab. Zeitweise hatte ich nur noch knapp 2 Minuten Vorsprung.  

Nach 20 Stunden, 31 Minuten und 455 Kilometern versagte plötzlich mein Garmin, mein kleines, geliebtes  Mäusekino welches mich immer über meine aktuellen Rundenzeiten,  die Uhrzeit, und Geschwindigkeit, Kilometer und Herzfrequenz auf dem laufenden hielt. Auch wenn der Puls um diese Zeit keine Rolle mehr spielt, aber zur Motivation und Information war das kleine Ding schon wichtig. So fummelte ich die nächsten Runden immer mal wieder daran rum und hatte ihn für die letzten 2 Stunden wieder zum laufen bekommen. Nun konnte ich mich wieder ganz aufs Radfahren konzentrieren.

Pünktlich zum Rennende kam die Sonne raus, das tat gut und beflügelte mich oder waren es die 2 Dosen Flügelbrause die ich mir in die Trinkflasche habe schütten lassen. Ich vergas meine Schmerzen im Rücken und auch das mein linker Fuß an der Kontaktstelle zum Pedal bei jedem Druck brannte wie Feuer.  Mit zwei, drei guten Rundenzeiten erarbeitete ich mir Minute um Minute und konnte kurz vor 12.00 Uhr noch auf eine letzte Runde  gehen und mir somit einen Rundenvorsprung heraus fahren.


Völlig fertig aber glücklich habe ich nach einer Fahrzeit von 24:10:43, das Heavy 24 2014 mit 62 Runden, 542 Kilometer und 7440 Höhenmeter als Sieger beendet.




Mein besonderer Dank geht an meine Freunde Christine und Fredi von Fredi‘s Radshop, die mich rund um die Uhr betreut, verpflegt  und motiviert haben und immer für mich da gewesen sind. Auch mein Rad hat ohne Panne durchgehalten.



Besonders motiviert und auf der Strecke unterstützt hat mich das 4er Team aus Schwerin „Die Dachse“. Die 4 verwegenen Jungs fuhren ihr erstes 24 Stunden Mountainbike Rennen und haben sich für ihr Debüt gleich das Heavy ausgesucht. Respekt!  Danke an Maik, Björn, Thomas und Steffen von www.dachs.de, fürs anfeuern, Windschatten geben und die netten Worte während und  nach dem Rennen.             

Im Rennen habe ich ca. 16 Liter Flüssigkeit, 8 Gels, 2 Riegel und eine Tasse heiße Brühe zu mir genommen, ich war 4 mal im Wald pinkeln, hab 3 mal kurz gestoppt, 21 Uhr  Helmwechsel auf Helm mit Lampe, gegen 0:00 Uhr eine heiße Brühe und kurz vor vier  „die Regenjacke bitte“. Meine Fahrzeit betrug 24 Stunden 10 Minuten und 43 Sekunden mit einer durchschnittlichen Rundenzeit von 0:23:24 wobei ich die schnellsten Runden zu Beginn des Rennens knapp unter 20 Minuten gefahren bin. Meine Durchschnittsgeschwindigkeit über das gesamte Rennen betrug 22,36 km/h.

Bis bald René

Dienstag, 15. April 2014

MTB-Rennen 'Helmuts Höllenritt' 2014

Am Sonntag gab es mal wieder eine gute Gelegenheit sich eine Startnummer ans Rad zu stecken, die Kräfte zu messen und die Form zu testen.
 
Helmuts Höllenritt in seiner 23sten Auflage lud die lokalen Mountainbike Sportler zum Frühjahrs-klassiger nach Hitzacker ein. Hier gilt es 5 Runden auf einer 8 Kilometer Runde mit 150 Höhenmetern zu bezwingen.  Zeitig angereist hatte ich genug Zeit um die Strecke vor dem Rennen einmal komplett zu befahren, sie war überwiegend trocken, schnell und unverändert im vergleich zu den letzten Jahren.
Kurz vor 12 stand ich dann in die Startaufstellung mit ca. 90 weitern Bikern die pünktlich auf die Strecke wollten. Es waren die bekannten Größen wie Stefan Danowski  vom Team Bergamont (deutscher MTB  Vizemeister 2013) und Fabian Brzezinski (ex Profi ) am Start, die sich die vorderen Plätze nicht nur in der Startaufstellung sicherten.
Punk 12 Uhr wurde Meute los gelassen und der erste Kampf um die Positionen wurde eröffnet, ich hielt mich in wenig zurück und ging kein unnötiges Risiko ein. Die Jungs ganz vorn drückten etwas auf die Bremse, keiner wollte die Führungsarbeit übernehmen und so war bis Kilometer 3 noch fast das gesamte Feld zusammen. 
Dach dann zog der Fabo-Mann einmal kurz am Gas und das Feld zog sich auseinander.  Ich konnte mich in der dritten Gruppe halten und gemeinsam haben wir versucht die zweite Gruppe zu erreichen, ich habe mehr oder weniger 2 Runden lang die Führungsarbeit gemacht und keiner wollte so richtig mit ziehen, dann habe ich ein wenig raus genommen und mich den Jungs angepasst. Langsam waren wir trotzdem nicht und  so ging das Spiel bis in die vorletzte Runde. Nach hinten hatten wir genug Luft und von vorne kam einer dazu, der die zweite Gruppe scheinbar nicht mehr halten konnte. So fuhren wir zu sechst in die letzte Runde. Nach dem letzten Anstieg waren wir nur noch zu viert, auf den letzten Kilometern versucht sich jeder in eine gute Position zu bringen. Ich konnte noch kurz vor dem Ziel einen Platz gut machen.
Mit Platz 4 in meiner Altersklasse  und Platz 8 in der der Gesamtwertung bin ich dann doch ganz zufrieden. 

Viel wichtiger war wie immer der Spaß und davon hatten wir hier reichlich.